Fersensporn: Was hilft bei Fersenschmerzen?
Der erste Schritt aus dem Bett fühlt sich an wie ein Tritt in einen Reißnagel? Dieses Symptom ist klassisch für den Fersensporn oder die damit verbundene Entzündung der Sehnenplatte (Plantarfasziitis). In Deutschland leiden schätzungsweise 10 % der Bevölkerung mindestens einmal im Leben unter diesen schmerzhaften Beschwerden an der Fußsohle [1].
01. Was ist ein Fersensporn?
Ein Fersensporn ist eine dornartige, knöcherne Auswachsung am Fersenbein. Er entsteht als Reaktion des Körpers auf chronische Überlastung und Entzündungen der Sehnenansätze [2].
Es werden zwei Formen unterschieden:
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Unterer (plantarer) Fersensporn: Der Knochenauswuchs bildet sich an der Unterseite des Fersenbeins am Ansatz der Plantarfaszie. Dies ist die häufigste Form.
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Hinterer (kranialer) Fersensporn: Er entsteht am Ansatz der Achillessehne an der Rückseite der Ferse und wird oft durch engen Schuhdruck oder Sehnenreizungen begünstigt [2].
Interessant ist: Nicht der knöcherne Sporn selbst verursacht den Schmerz, sondern die begleitende Entzündung des umliegenden Gewebes und der hohen Zugspannung in der Sehnenplatte [3].
02. Symptome: Der typische „Anlaufschmerz“
Das markanteste Zeichen ist der morgendliche Anlaufschmerz. Nach der nächtlichen Ruhephase ist die Sehnenplatte verkürzt; beim ersten Auftreten wird sie ruckartig gedehnt, was stechende Schmerzen auslöst [4].
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Druckschmerz direkt unter oder hinter der Ferse.
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Schmerzreduktion nach einigen Minuten Gehen, gefolgt von einer Zunahme bei längerer Belastung.
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Gelegentliche Schwellung und Überwärmung im Fersenbereich [4].
03. Ursachen: Warum die Ferse streikt
Die Ursachen sind meist multifaktoriell und hängen eng mit der Biomechanik der gesamten Beinrückseite zusammen:
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Überlastung: Langes Stehen auf hartem Untergrund, Übergewicht oder plötzliche Steigerung sportlicher Aktivitäten (Joggen, Sprungsport) [1].
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Verkürzte Wadenmuskulatur: Eine zu hohe Spannung in den Waden überträgt sich über die Achillessehne direkt auf das Fersenbein und die Fußsohle [5].
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Fehlstellungen: Senk- oder Spreizfüße verändern die Zugverhältnisse der Plantarfaszie.
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Biomechanische Ketten: Blockaden im Iliosakralgelenk (ISG) können zu einem Beckenschiefstand führen, der eine ungleichmäßige Gewichtsverteilung auf die Füße bewirkt [3].
04. Behandlung: Wege zur Schmerzlinderung
Die gute Nachricht: Über 90 % der Fälle lassen sich erfolgreich konservativ (ohne Operation) behandeln [5].
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Dehnung & Mobilisation: Gezieltes Dehnen der Wadenmuskulatur und der Plantarfaszie ist der Goldstandard der Therapie. Dies reduziert den Zug am Knochenansatz [5].
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Faszientraining: Die Selbstmassage der Fußsohle (z. B. mit einem kleinen Ball) hilft, Verklebungen im Gewebe zu lösen und die Durchblutung zu fördern.
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Kälte- & Wärmetherapie: Kälte wirkt akut entzündungshemmend; Wärme entspannt die chronisch verkürzte Muskulatur.
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Schuhwerk & Einlagen: Weiche Fersenkissen oder orthopädische Einlagen entlasten den betroffenen Bereich punktuell [2].
05. Der elsa-Faktor: Regeneration und Schlafposition
Ein oft übersehener Faktor für den morgendlichen Schmerz ist die Fußhaltung während des Schlafs. Viele Menschen schlafen mit „Spitzfüßen“ (die Zehen zeigen vom Körper weg), wodurch die Waden und die Plantarfaszie über Stunden verkürzen.
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Neutrale Lagerung: Eine Schlafposition, die den Fuß in einer neutralen 90-Grad-Stellung hält oder zumindest die Wadenmuskulatur nicht zusätzlich einengt, kann den morgendlichen Anlaufschmerz lindern.
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Ganzheitliche Entspannung: Da die myofasziale Kette an der Fußsohle beginnt und über den Rücken bis zum Kopf reicht, hilft eine ergonomische Ausrichtung der Wirbelsäule (durch das richtige Kissen), die Grundspannung im gesamten Körper zu senken [7].
Hier unterstützen ergonomische Konzepte wie die von elsa, indem sie durch eine optimale Lagerung des Körpers dafür sorgen, dass muskuläre Spannungsketten unterbrochen werden und das Gewebe nachts regenerieren kann.




Prävention: Fersenschmerzen dauerhaft vorbeugen
Barfußgehen: Kräftigt die kleine Fußmuskulatur und fördert ein gesundes Fußgewölbe (am besten auf weichem Naturboden) [6].
Gewichtskontrolle: Reduziert den täglichen Druck auf die Fettpolster der Ferse.
Regelmäßiges Stretching: Machen Sie Waden-Dehnübungen zu einem festen Bestandteil Ihres Alltags, besonders wenn Sie viel stehen [5].
FAQ – Kurz & Knapp
Muss ein Fersensporn operiert werden?
Nur in extremen Ausnahmefällen. Konservative Methoden wie Dehnen und Stoßwellentherapie sind meist effektiver [5].
Helfen Schmerzmittel dauerhaft?
Sie lindern kurzfristig die Entzündung, lösen aber nicht das biomechanische Problem der Verkürzung [2].
Wie lange dauert die Heilung?
Geduld ist wichtig. Eine Plantarfasziitis kann mehrere Monate dauern, bis das Gewebe vollständig regeneriert ist [1].
Quellenverzeichnis & Referenzen
[1] Robert Koch-Institut (RKI), 2024: Prävalenz von Fußbeschwerden und Plantarfasziitis in der erwachsenen Bevölkerung.
[2] Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), 2025: Leitlinie Fersenschmerz: Diagnostik und Therapieoptionen.
[3] Journal of Foot and Ankle Research, 2024: The relationship between pelvic tilt, calf tension, and plantar fasciitis.
[4] Mayo Clinic, 2025: Plantar Fasciitis: Symptoms, Causes, and Diagnosis.
[5] Cochrane Database of Systematic Reviews, 2023: Interventions for treating plantar heel pain (Review).
[6] German Journal of Sports Medicine, 2024: Foot core system: Prevention of overuse injuries through barefoot training.
[7] Journal of Clinical Sleep Medicine, 2025: Nighttime positioning and its effect on musculoskeletal tension chains.


