Schnarchen: Ursachen, Gesundheitsrisiken und Wege zu einer ruhigen Nacht
Schnarchen ist weit mehr als nur ein störendes Geräusch im Schlafzimmer. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 60 % der Männer und 40 % der Frauen im Laufe ihres Lebens zu Schnarchern werden [1]. Während es oft harmlos beginnt, kann es sich zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko entwickeln und die Schlafqualität beider Partner massiv beeinträchtigen.
Definition: Was ist Schnarchen (Rhonchopathie)?
Medizinisch gesehen ist Schnarchen das Geräusch, das durch vibrierende Weichteile im verengten Rachenraum entsteht. Wenn die Muskulatur im Schlaf erschlafft, verengen sich die Atemwege, und die vorbeiströmende Luft bringt Gaumensegel und Zäpfchen zum Schwingen [2].
Wann wird es gefährlich?
Man unterscheidet das harmlose Schnarchen vom obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSA). Bei der OSA kommt es zu Atemaussetzern von mehr als 10 Sekunden, was zu Sauerstoffmangel im Blut führt. Aktuelle Studien zeigen, dass eine unbehandelte Schlafapnoe das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle signifikant erhöht [3].

Ursachen: Warum wir nachts „sägen“
Die Ursachen für Schnarchen sind vielfältig und oft eine Kombination aus Anatomie und Lebensstil:
- Erschlaffung der Muskulatur: Durch Alter, Alkoholkonsum oder Schlafmittel entspannt sich das Gewebe im Rachen zu stark [4].
- Anatomische Engpässe: Eine verkrümmte Nasenscheidewand, vergrößerte Mandeln oder ein kleiner Unterkiefer fördern die Geräuschentwicklung [2].
- Rückenlage: In dieser Position sinkt die Zunge durch die Schwerkraft nach hinten und verschließt den Atemweg teilweise [5].
Schnarchen und Übergewicht
Einer der stärksten Risikofaktoren ist Übergewicht. Fettgewebe im Halsbereich drückt von außen auf die Atemwege und verengt diese zusätzlich.
Studien belegen, dass bei Männern ab einem Halsumfang von 43 cm und bei Frauen ab 40 cm das Risiko für schlafbezogene Atmungsstörungen drastisch ansteigt [1].
Tipps zur Selbsthilfe: Was du heute tun kannst
Bevor medizinische Eingriffe nötig werden, helfen oft kleine Veränderungen der Schlafhygiene:
- Gewichtsreduktion: Schon eine leichte Abnahme kann den Druck auf die Atemwege mindern.
- Alkoholverzicht: Mindestens 3 Stunden vor dem Zubettgehen keinen Alkohol trinken, da dieser die Muskelerschlaffung fördert [4].
- Mouth Taping: Ein aktueller Trend, bei dem der Mund mit speziellem Tape fixiert wird, um die gesündere Nasenatmung zu forcieren. Hinweis: Dies sollte nur bei freier Nasenatmung und nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen [6].
Behandlungsmethoden: Von Schienen bis CPAP
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Unterkiefer-Protrusionsschiene
Eine Zahnschiene schiebt den Unterkiefer nach vorne und hält so den Rachenraum offen [2].
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CPAP-Therapie
Bei Schlafapnoe ist eine Überdruckmaske der Goldstandard, um die Atemwege offen zu halten [3].
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Lageprophylaxe
Westen oder spezielle Kissen verhindern das Schlafen in Rückenlage.
Behandlungsmethoden: Von Schienen bis CPAP
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Positionsstabilität
Damit man im Schlaf nicht unbewusst auf den Rücken zurückrollt, ist ein stützendes Kissen essenziell.
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Nackenunterstützung
Ein Kissen, das den Nacken stabilisiert und den Kopf leicht erhöht lagert, hält die Atemwege gestreckt.
Psychische Faktoren und Stress
Chronischer Stress kann die Schlafarchitektur stören. Ein unruhiger Schlaf führt oft zu häufigeren Positionswechseln und einer unregelmäßigen Atmung, was Schnarchen begünstigen kann. Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Meditation vor dem Schlafengehen können helfen, den Muskeltonus zu regulieren [8]
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FAQ – Kurz & Knapp
Hilft eine Operation immer?
Chirurgische Eingriffe (z. B. Straffung des Gaumensegels) haben unterschiedliche Erfolgsquoten und sollten erst nach einer Diagnostik im Schlaflabor erwogen werden [2].
Warum schnarchen Frauen nach den Wechseljahren mehr?
Das Absinken des Östrogenspiegels führt zu einer nachlassenden Gewebespannung im Rachenraum [4].
Kann Schnarchen vom Kissen kommen?
Ein zu flaches oder zu weiches Kissen lässt den Kopf nach hinten überstrecken oder einknicken, was die Atemwege verengt [7].
Quellenverzeichnis & Referenzen
[1] Robert Koch-Institut (RKI), 2024: Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Schlafstörungen und Prävalenz der OSA.
[2] DGSM (Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin), 2025: Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Schnarchens.
[3] The Lancet Respiratory Medicine, 2024: Long-term cardiovascular outcomes in patients with obstructive sleep apnea.
[4] Journal of Clinical Sleep Medicine, 2025: Lifestyle factors and their impact on upper airway collapsibility.
[5] Sleep and Breathing Journal, 2024: Positional Therapy for Obstructive Sleep Apnea: A Meta-analysis of Positional Pillows.
[6] Journal of Oral Rehabilitation, 2025: Mouth taping during sleep: Efficacy and safety in habitual snorers.
[7] International Journal of Environmental Research and Public Health, 2025: Ergonomic Pillow Design and its Influence on Snoring and Sleep Quality.
[8] Psychosomatic Medicine, 2024: Stress-induced muscle tension and nighttime respiratory patterns.


